Agentic Work Unit: Was hinter Salesforces neuer KI-Kennzahl steckt
Salesforce misst die Arbeit von KI-Agenten in Agentic Work Units. Was die Kennzahl zählt – und warum Analysten sie nur begrenzt aussagekräftig finden.
In fast jeder Quartalsmeldung von Salesforce taucht inzwischen eine Zahl auf: die Agentic Work Units (AWU). Salesforce hat die Kennzahl im Februar 2026 eingeführt, um zu zeigen, wie viel Arbeit KI-Agenten auf der Plattform tatsächlich erledigen.
Was gezählt wird
Eine AWU steht für eine einzelne, abgeschlossene Aufgabe eines KI-Agenten – etwa einen verarbeiteten Prompt, eine abgeschlossene Reasoning-Kette oder, am wichtigsten, einen Werkzeugaufruf: einen Datensatz aktualisieren, einen Workflow anstoßen, ein externes System aufrufen. Ein einzelnes Geschäftsergebnis kann viele AWUs umfassen.
Salesforce versteht die Kennzahl als Ergänzung zu Tokens. Tokens zeigen, wie viel ein Modell verarbeitet; AWUs sollen zeigen, wie viel Arbeit dabei herauskommt. Beide Werte sind bewusst nicht fest gekoppelt: Mit reiferen Implementierungen soll mehr Arbeit mit weniger Tokens und geringeren Kosten entstehen.
Die Entwicklung
Zum Start meldete Salesforce 2,4 Milliarden AWUs. Bis Ende August waren es nach eigenen Angaben 7 Milliarden über Agentforce und Slack, davon 3,2 Milliarden allein im zweiten Quartal.
Die Kritik
Analysten sehen die Kennzahl zurückhaltend. Solange nicht unterschieden werde, ob eine Aktion nur versucht, erfolgreich ausgeführt, akzeptiert oder geprüft wurde, messe die AWU Durchsatz und nicht Vertrauen, heißt es etwa bei CIO.com. Für den Nachweis des Return on Investment gegenüber der Geschäftsführung sei sie daher kaum geeignet. Für Unternehmen bleibt die eigentliche Frage, welche Geschäftsergebnisse die Agenten liefern – nicht, wie viele Einzelschritte sie dafür brauchen.
Quellen: Salesforce News · CIO.com · Constellation Research